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Entwicklungsgeschichtlich ist der Mensch vom Vierbeiner zum Zweibeiner geworden. Bei Vierbeinern ist das Körpergewicht verteilt auf den Schultergürtel und das Darmbeingelenk (ISG), den Übergang von der Wirbelsäule auf das Becken. Durch die Aufrichtung zum Zweibeiner hat sich die komplette Last auf das ISG verlagert. Diese Belastung kann durch eine gute Muskulatur und viel Bewegung kompensiert werden. Die heutige Zeit mit vorwiegend sitzender Tätigkeit und Fortbewegung mit Hilfsmitteln, die einen geringen körperlichen Einsatz erfordern, lässt diese Muskulatur verkümmern. Untersuchungen an Kinder haben gezeigt, dass nur drei von zehn Kindern rückwärts auf einem Schwebebalken sicher gehen können. Kopfschmerzen und Konzentrationsstörungen bei Grundschülern nehmen drastisch zu. Viele Kinder sind schon sehr früh in einer schiefen Statik, da auch ihr Tagesablauf zunehmend in sitzender Position als in beweglicher Aktion verläuft.

 

Wenn man sich mit Schmerzen und ihrer Entstehung beschäftigt, wird man erkennen, dass über 95% aller Schmerzpatienten ein statisches Problem haben. Es wird festgestellt, dass gerade das ISG zu 90% verschoben ist, danach folgen Atlasblockierungen, Blockaden im Kiefergelenk und weiteren Wirbelsäulenbereich. Hat ein Patient eine Beinlängendifferenz, die zu 98% funktionell ist und nur ausgesprochen selten eine anatomische Längendifferenz ist, kann man daraus folgern, dass dadurch die Muskulatur fehlbelastet wird. Durch einen Selbstversuch kann man dies nachprüfen. Zieht man einen Schuh aus, wird man feststellen, dass das längere Bein, das den Schuh noch trägt, sofort in der Muskulatur angespannt ist. Wir bemerken auch, dass wir nicht etwa schief stehen, sondern, dass unser Gleichgewichtssinn die Schieflage sofort ausgleicht. Das ist der Grund, warum selbst 2 cm Beinlängendifferenz unbemerkt bleiben. Eine ständig angespannte Muskulatur kann nicht ausreichend versorgt werden. Es kommt zur Unterversorgung mit Sauerstoff und anderen lebensnotwenigen Stoffen. Der Körper ruft zum Eigenschutz nun ein Selbsterhaltungsprogramm ab, das die Produktion von Schmerzhormonen beinhaltet und den Patienten zur Ruhe zwingt. Die bekannte Untersuchungsroutine, in der meist zunächst ein Röntgenbild anfertigt wird und an Hand dessen Fehlstellungen, Bandscheibenvorfälle, Arthrosen oder Kalkablagerungen diagnostiziert werden, berücksichtigt die muskulären Probleme nicht, da diese auf Röntgenbildern nicht zu erkennen sind. Ein Ausgleich über z. B. Schuherhöhungen manifestieren diesen Schiefstand zudem.

 

Schmerzwahrnehmung

Wenn sich ein Kind verletzt hat, tröstet die Mutter durch Pusten oder ein Pflaster. Der Wirkmechanismus dahinter ist, dass Informationen der Berührungsrezeptoren in der Haut schneller zum Rückenmark geleitet werden als die Informationen des Muskelschmerzes. Dort werden die beiden unterschiedlichen Informationen von den zwei ankommenden Nervenleitungen auf eine Hauptleitungeitung zum Gehirn zusammen gelegt. Da die Information der Berührung durch ihre Schnelligkeit die Leitung zum Großhirn belegt, kann die Information des Schmerzes nicht mehr weitergeleitet und somit nicht mehr wahrgenommen werden. Offensichtlich können Reize über die Haut viele Rückmeldungen der Muskeln überlagern.

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